Qualitätsstandards

Qualitätsstandards für waldpädagogische Veranstaltungen

Warum Qualitätsstandards?

  • Qualitätsstandards sollen immer eine Innen- und eine Außenwirkung haben.
  • Definition eines Mindestniveaus professionellen Handelns
  • Steigerung der Effektivität
  • Schaffung einer beurteilbaren Grundlage
  • Schärfung des Profils
  • Vergleichbarkeit von Angeboten
  • Verbesserung der Kundenzufriedenheit
  • Steigerung der Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter

 

Präambel

Die Qualitätsstandards entsprechen dem Leitbild der „Waldpädagogik in Baden-Württemberg“, das 2004 von der Koordinationsgruppe Waldpädagogik vorgeschlagen und dem Ministerium Ernährung und Ländlicher Raum festgelegt wurde.

Demzufolge sind waldpädagogische Veranstaltungen ein Beitrag zur lokalen, regionalen und globalen Dimension einer nachhaltigen Entwicklung. Sie orientieren sich am Leitbild der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und dem Leitbild der Landesforstverwaltung.

Die Qualitätsstandards dienen der Orientierung für Waldpädagogen und der Qualitätssicherung bei den waldpädagogischen Veranstaltungen der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg.

 

Organisation und Struktur

  • Es findet eine Vorbereitung mit der Gruppe bzw. deren Vertreter statt. Dabei werden der Ablauf besprochen wie auch Ziele definiert.
  • Die Veranstaltung folgt einem roten Faden mit der Grundstruktur Einleitung – Hauptteil – Schluss.
  • Die Veranstaltung wird reflektiert und von den Teilnehmenden ein Feedback eingeholt. Dieses findet Eingang in die Nachbereitung einer Veranstaltung, bei der gezielt Verbesserungshinweise aufgearbeitet werden.
  • Die Veranstaltungen werden zielgruppenspezifisch konzipiert und durchgeführt, d.h. sie orientieren sich an den Wünschen, Erwartungen und Voraussetzungen der Kunden. Dabei werden im Falle von Schulklassen die Bedürfnisse der Lehrenden wie auch der Lernenden berücksichtigt.
  • Mögliche Risiken durch Gefahren des Waldes und Aktionen in der Veranstaltung werden mit Maßnahmen des Risikomanagements auf ein vertretbares Maß reduziert.
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung und Handy mit wichtigen Telefonnummern sind Teil der Ausrüstung.
  • Die Nutzung des Waldes/der Natur als Veranstaltungsort erfolgt schonend und respektvoll.

 

Inhalte

Die Inhalte müssen nicht alle in jeder Veranstaltung thematisiert werden. Vielmehr stellen folgende Punkte eine Haltung und einen Kontext dar, in dem die Inhalte dargestellt werden.

  • Der Wald wird grundsätzlich in seiner Gesamtheit thematisiert: Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion (analog: Ökonomie, Ökologie, und Soziales).
  • Die Vermittlung von ökosystemaren Zusammenhängen bildet die Basis.
  • Der Mensch wird als Teil des Gesamtsystems Natur verstanden. Dieses Grundverständnis wird am Beispiel des Zusammenhangs zwischen Wald, Forstwirtschaft und Holz vermittelt. Dabei werden auch emotionale, metaphysische und mystische Aspekte einbezogen.
  • Nachhaltigkeits- und globale Themen werden aufgegriffen. Forstwirtschaft dient dabei als Beispiel, wie Nachhaltigkeit umgesetzt werden kann.

 

Methodik

  • Neben der Wissensvermittlung werden Sozial- und Gestaltungskompetenzen im Sinne der BNE gefördert.
  • Auf die Sinneswahrnehmung und die ganzheitliche Vermittlung der Inhalte („Mit Kopf, Herz und Hand“) stellen eine zentrale Methodik dar. Die kognitiven, affektiven und haptischen Elemente werden entsprechend der Zielgruppe gewichtet.
  • Selbstbestimmtes Lernen, partizipative Methoden und Aktionen mit Gestaltungsmöglichkeiten werden in die Veranstaltungen integriert.
  • Die Methodik ist vielfältig und beinhaltet beispielsweise Elemente der
    - Bewegung
    - Kreativität
    - Spiel
    - Erlebnis
    - praktischen Arbeit

 

Persönliche Standards

  • Waldpädagogen sind ökologisch, forstlich und pädagogisch kompetent.
  • Die Waldpädagogen nehmen mindestens alle drei Jahren an Fortbildungen teil.
  • Der Leitungsstil folgt im Grundsatz dem kooperativen Führungsstil.